Efeu-Seidenbiene – Neubürger im Landkreis Miltenberg

Die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) wurde erst 1993 wissenschaftlich beschrieben und vorher mit der Heide-Seidenbiene (Colletes succinctus) zusammengefasst. Seither breitet sich die eigentlich mediterrane Art immer weiter aus – vor allem durch den Klimawandel. Über das klimatisch begünstigte Rheintal hat sie mittlerweile die Niederlande erreicht. Aus Bayern waren bisher drei Fundpunkte bekannt – aus Áschaffenburg, Würzburg und München. Nun haben wir sie auch im Landkreis Miltenberg nachgewiesen – an einer mit Efeu bewachsenen Mauer in den Weinbergen von Großheubach. Durch das Weinbauklima war sie hier auch zu erwarten und es ist damit zu rechnen, dass im Landkreis Miltenberg noch weitere Funde gemacht werden.

Neben der Honigbiene und den Hummeln leben in Deutschland mehr als 500 Wildbienen. Die allermeisten sind klein und unauffällig. Sie bilden keine Staaten, sondern bauen einzeln oder in kleinen Ansammlungen Nester im Boden oder in den Stängeln von Pflanzen. Die Efeu-Seidenbiene baut ihre Nester in Sand oder Löss an schütter bewachsenen Stellen oder an Steilwänden. Sie werden mit einer seidig anmutenden Substanz ausgekleidet. Daher kommt auch der deutsche Gattungsname.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bienenarten, sammelt die Art ihren Pollen fast ausschließlich auf den Blüten des Efeus. Da dieser spät im Jahr blüht, ist die Efeu-Seidenbiene eine der am spätesten fliegenden Arten im Jahr. Man kann sie auch im Oktober an warmen Tagen noch an Efeublüten finden. Wie alle Wildbienen ist auch die Efeu-Seidenbiene äußert friedfertig und wird nur stechen, wenn man versucht, sie mit der Hand zu fangen. Ihr Stich ist deutlich weniger schmerzhaft als der der Honigbiene.

Wegen ihrer Vorliebe für Efeu, ist die seltene Art recht einfach zu finden. Sie ist ungefähr so groß wie eine Honigbiene oder etwas kleiner. Der Vorderkörper ist dicht hell- bis rötlichbraun behaart und am Hinterleib finden sich an jedem Segment auffällige, dichte, helle Haarbinden.

Um die seltene Efeu-Seidenbiene zu fördern, sollten größere Efeupflanzen erst nach der Blüte im Oktober geschnitten werden. Ferner sollte man – auch für andere bodenbewohnende Insekten – im Garten offene Stellen lassen und nicht alles versiegeln.

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