Feuersalamander

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist eines der bekanntesten Tiere unserer Heimat. Wir im Landkreis Miltenberg haben für diese Amphibienart eine ganz besondere Verantwortung: Nur hier (und in unserem Nachbarlandkreis Aschaffenburg) ist der Feuersalamander in Bayern nahezu flächendeckend vertreten, wie die Verbreitungskarte deutlich zeigt.

Besonders liebt der Feuersalamander Laubwälder, vor allem die Waldtäler und -schluchten in Spessart und Odenwald. In den kleinen Bachläufen setzen die Weibchen im zeitigen Frühjahr bis zu 70 voll entwickelte Larven ab. Sie weisen am Kopf zwei Kiemenbüschel auf, mit denen sie im Wasser atmen. Am Beinansatz haben die Larven gelbliche Flecken, was sie von Molchlarven unterscheidet.

Die erwachsenen Tiere werden bis etwa 20 cm groß und leben das ganze Jahr über an Land. Feuersalamander sind vor allem nacht- und dämmerungsaktiv. Den Tag verbringen sie unter Steinen, Baumstämmen und Wurzeln. Nachts machen sie Jagd auf Insekten, Würmer und Schnecken.

Auch wenn der Feuersalamander im gesamten Landkreis vorkommt, gibt es Hinweise, dass ihre Zahl in den vergangenen Jahrzehnten stark geschrumpft ist. Zum Beispiel fand man früher im Frühjahr auf der Straße zwischen Klingenberg und Mechenhard sehr viele überfahrene Feuersalamander, heute nur noch wenige. Vor allem die Umwandlung naturnaher Wälder in Nadelforste und die Verbauung von Bächen und Quellen bedrohen die Art.

Der Bund Naturschutz setzt sich daher im Landkreis Miltenberg für die Erhaltung naturnaher Bachläufe und ihrer Quellbereiche im Spessart und im Odenwald ein. Auch von der Ausweisung eines Nationalparkes im Spessart wird der Feuersalamander profitieren. Wo Totholz im Wald verbleibt, finden die Tiere ausreichend Nahrung und viele Versteckmöglichkeiten.

An einem regenfeuchten Morgen kann man mit etwas Glück Feuersalamander in ihrem Lebensraum beobachten – zum Beispiel in der Klingenberger Seltenbachschlucht. (Fotos: Adobe Stock, S. Scharrer)

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