Blindschleiche – Reptil des Jahres 2017

Die Blindschleiche (Anguis fragilis) kennen viele Menschen im Landkreis Miltenberg aus ihrem Garten. Aber wie häufig ist diese Echsenart bei uns wirklich noch? Mit Ihrer Hilfe möchten wir das herausfinden.

Der Name der Blindschleiche leitet sich von dem althochdeutschen Wort „plint“ für blendend ab und bezieht sich auf den Glanz ihres Körpers. Sie ist also nicht etwa blind. Sie ist auch keine Schlange, sondern eine beinlose Echse.  Die Art gilt in Bayern noch als ungefährdet, steht aber auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Noch immer ist die Blindschleiche – trotz ihrer relativen Häufigkeit – eines der am wenigsten erforschten Kriechtiere Europas. Blindschleichen legen keine Eier, sondern bringen etwa zehn vollständig entwickelte Jungtiere zur Welt.

Blindschleichen besiedeln am liebsten lichte Wälder und strukturreiche Waldränder. Sie kommen bei uns aber auch häufig in Gärten und Parks vor. Hier sind sie durchaus nützliche Helfer, die neben Regenwürmern und Insekten gerne Nacktschnecken fressen. In einem naturnahen Garten sind Blindschleichen daher eine große Bereicherung und tragen zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen bei.

Gerade in Gärten werden sie jedoch auch häufig Opfer von Mäharbeiten, da sie versteckt am Boden leben. Weitere Gefahren sind der Straßenverkehr und streundende Hauskatzen oder Hunde, die ihnen nachstellen.

UNTERSCHEIDUNG VON SCHLANGEN:

Weil sie ebenfalls beinlos ist, wird die Blindschleiche manchmal mit einer Schlange verwechselt. Die Blindschleiche zeichnet sich durch die glatte, glänzende Körperoberfläche aus, die oberseits braun oder grau ist. Sie wird selten länger als 40 cm. Im Gegensatz zu Schlangen hat sie bewegliche Augenlider und mehrere Längs­reihen von Bauchschuppen statt einer Reihe, wie bei Schlangen.